Bericht vom SND-DACH-Stammtisch in Berlin am 18. Februar

 

Peter Westerhoff glaubt an den Dramatiker George Bernhard Shaw. Dem Iren wird der Satz "Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht" zugeschrieben. Kompliziertes einfach zu erklären treibt auch den Ingenieur Westerhoff um. Deswegen zitiert er gerne Shaw.
Westerhoff ist "Science Slammer", ein Meister des ebenso wissenschaftlichen wie humorvollen Kurzreferats - und damit der perfekte Referent für den Februar-Stammtisch in den Räumen der Deutschen Presse-Agentur dpa. Infografiker, Texter und Layouter müssen schließlich nicht selten Kompliziertes in verständliche Formen bringen.

Westerhoff reiste in seinem Vortrag einmal quer durch die Wissenschaftskommunikation. Wie lassen sich Erkenntnisse aus dem doch eher sperrigen "International Journal of Theoretical Physics" verständlich vortragen? Warum preisen alle die Edelfedern Goethe und Schiller, aber so wenige die Verdienste des Chemikers Robert Wilhelm Bunsen oder des Linux-Programmierers Linus Torvalds? Und warum muss schon in der Schule mehr über gutes Präsentieren gesprochen werden?
Westerhoff verband Wissenschafts-Comedy, Kulturkritik und Forderungen an die Bildungspolitik – manchmal etwas rasch, aber stets unterhaltsam.

Was nach Referat und anschließender Diskussion feststand: Die beste Idee nützt nichts, wenn sie nicht geteilt wird – und dafür muss man sie in Worte, Gesten und Bilder fassen können. Wie das gehen kann, zeigte Westerhoff. Zurecht musste niemand über den von ihm gefürchteten "Smartphone-out-Factor" nachdenken. Es wurde nicht langweilig, die Handys blieben in den Taschen. (Raimar Heber)