Bericht vom SND-DACH-Stammtisch in Berlin am 18. März

 

Trickfilm vs. Infografik

Die Geschichte der Berliner Sparkasse oder der energieeffiziente Umbau von Bauer Klaus' Hof - in 90 Sekunden unterhaltsam und einfach dargestellt. Das gelingt mit einem gut gemachten Erklärfilm. Mit kreativen Illustrationen und Animationen werden komplizierte Sachverhalte so erklärt, dass sie beim Zuschauer hängen bleiben. Oder unangenehme Themen in ein sympathisches Gewand gehüllt.

Mit seiner Firma «sageseinfach.tv» macht Ansgar Gelau solche Filme. Beim Infografiker-Stammtisch am 18. März in den Räumen der dpa in Berlin erzählte er von seinem Arbeitsalltag - und der großen Mühe hinter den kleinen Filmen. Jeder einzelne Schritt wird durchgesprochen und aufwendig gefilmt. White-Board-Techniken, 3D-Animationen oder Mixed Media: Die Kunden haben von der Stilfindung über das Storyboarding bis zur Vertonung die freie Auswahl. Auch wenn es oft Diskussionen gibt, welche Fakten weggelassen werden müssen, um den Zuschauer zu halten.

Wo liegen die Vorteile des Erklärfilms im Gegensatz zur Infografik? Mittel wie Töne, Bewegung, Effekte und Geschwindigkeit bieten im Film zusätzliche Möglichkeiten und fesseln den Zuschauer. Ein roter Faden führt ihn durch die Geschichte. Dagegen punktet die Infografik mit dem Faktor Zeit - der Betrachter kann sich davon so viel nehmen wie er braucht und ist nicht an einen Ablauf gebunden. Auch die Darstellung ist einfacher, ein Stück Papier genügt. Wer hat also die Nase vorn? Ansgar Gelaus Fazit nach etwa zwei Stunden Vortrag lautete: unentschieden.

Text und Bilder: Teresa Fischer