Bericht vom SND-DACH-Stammtisch in Berlin am 31. März

 

Am 31. März traf sich der Stammtisch in kleiner, gemütlicher Runde zu einem Vortrag über die Lokalisierung japanischer Videospiele.

Christian von Baumbach, Regionalwissenschaftler Japan, Übersetzer und interkultureller Mediator, beschrieb die sprachlichen, inhaltlichen und kulturellen Anpassungen bei der Produktion von Videospielen.

In den vergangenen 30 Jahren sind Computer- und Videospiele zu einem festen Bestandteil der Alltagskultur in vielen Ländern geworden. Sie sind kulturell geprägt und gleichzeitig prägend. Da sie aus wirtschaftlichen Gründen international vermarktet werden, ist es spannend, wie sie in anderen Kulturkreisen funktionieren und welche Hürden dafür überwunden werden müssen.

Japanische Spiele waren um die Jahrtausendwende marktbeherrschend und haben mit ihren Figuren und Geschichten eine ganze Generation beeinflusst. Mittlerweile haben japanische Entwicklungsstudios an Einfluss verloren, doch noch immer zeichnen sich ihre Spiele durch eine eigenwillige, uns oft fremde Design- und Erzählstruktur aus, die im Rahmen des Vortrags anhand von Bildmaterial verglichen wurde.

Ein interessanter Aspekt ist die Tendenz, dass sich japanische Entwickler zunehmend an erfolgreichen westlichen Titeln orientieren, wodurch sie ihre Eigenart teilweise verlieren, was nicht immer positiv aufgenommen wird. Es bleibt abzuwarten, ob Spiele zunehmend zu einem "Einheitsbrei" verkommen, wie es Hollywoodfilmen oft nachgesagt wird, oder ob ihre kulturellen Unterschiede als Stärke begriffen werden.