SND/DACH-Stammtisch in Berlin am 3. Mai

Meine Lieben,

Ihr seid herzlich zu unserem Mai-Stammtisch eingeladen.

Datum:
Donnerstag, 3. Mai 2012

Ort:
19 Uhr, Konferenzraum Moskau
dpa-infografik GmbH,
Markgrafenstraße 20, 5. Stock
10969 Berlin

Referent: Dr.-Ing. Michael Haverkamp (Ford)

Thema: Multisensuelles Design

Anschließend gegen 21 Uhr gehen wir zum Italiener ganz in der Nähe.

Wie immer bitte ich um baldige Anmeldung (per E-Mail).

Viele Grüße
Raimar


Eine kurze Einführung ins Thema:

Synästhetisches Design – Multisensualität gestalten
 
Aus alltäglicher Wahrnehmung ist die Tendenz des Wahrnehmungssystems bekannt, die Information einzelner Sinne zu einem geschlossenen Ganzen zu verbinden. Trotz der spezifischen Eigenschaften der Sinne fühlen wir uns bei der Wahrnehmung eines Objektes nicht einer Gruppe einzelner Gegenstände gegenübergestellt, von denen eines auditiv, eines visuell, eines taktil, etc. ist.
Vielmehr können wir ein in sich geschlossenes Objekt wahrnehmen, das Eigenschaften verschiedenster Sinnesbereiche vereint.
 
So ist das Wahrnehmungssystem bestrebt, aus der Vielzahl multisensuell dargebotener Information eine Beschreibung von Objekten und Atmosphären zu erzeugen, die die Beiträge der Sinnesbereiche zu einer widerspruchsfreien Gesamtwahrnehmung verschmilzt. Für die multisensuelle Gestaltung von Objekten, Medieninhalten oder Umgebungen ist daher die stimmige Verbindung der Eigenschaften von entscheidender Bedeutung, die den Sinnesbereichen zugeordnet sind. Das synästhetische Design nutzt die Strategien des Wahrnehmungssystems zur Verbindung der Objekteigenschaften über die Sinnesgrenzen hinweg.
 
Für die graphische Gestaltung bedeutet synästhetisches Design zweierlei:

  1. Den Verweis visueller Information zu anderen Sinnesbereichen: welche taktilen Eigenschaften suggeriert ein graphisches Element; welches Geräusch würde entstehen, wenn man es berührt, etc. Auch die Verarbeitung von Sinnesinformation aus nur einem, z.B. dem visuellen Bereich führt zur Wahrnehmung multisensueller Objekte.
  2. Die Verbindung der momentan wahrgenommenen Eigenschaften aus verschiedenen Sinnesbereichen: das Geräusch, das beim Berühren eines Buches entsteht; der Geruch von Papier; die ertastete Oberflächenstruktur; die Verbindung von visueller Symbolik mit funktionellen Sounds beim Design von Interfaces, etc. Wann wird ein Objekt mit zueinander passenden Eigenschaften wahrgenommen – wann kommt es zu Wahrnehmungskonflikten?

Der Beitrag beleuchtet mit zahlreichen Beispielen die Aspekte einer multisensuellen Gestaltung, die auf Grundlage von Strategien des Wahrnehmungssystems gezielt die Schaffung multisensuell stimmiger Konfigurationen ermöglicht.