Tasten statt Sehen: Karten für Blinde und andere Fortbildungsthemen

Gemeinsam mit der Sektion Berlin-Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (DGfK) hatte SND/DACH zur Veranstaltung „News-Infographics-Maps“ eingeladen. Zu den Referenten gehörten Katharina Stipp und Maria Thiele (KAMA Visual Statement), Andrew Timmins vom Magazin „stern“ und Thomas Heumann von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Raimar Heber, Art Director der dpa-infografik GmbH, widmete sich dem Thema: „Barrierefreiheit – Karten für Sehbehinderte und Blinde“. Über seine Präsentation hat die Nachrichtenagentur dpa ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im hausinternen Intranet informiert. Den Beitrag geben wir mit freundlicher Genehmigung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH hier in leicht gekürzter Form wieder:


Etwa 90 Teilnehmer waren in die Staatsbibliothek Berlin gekommen. Raimar Heber präsentierte Landkarten, die – ähnlich wie bei der Blindenschrift – mit einem Relief aus unterschiedlichen Erhebungen überzogen sind. Bei diesen Reliefkarten ertasten die Nutzer das Gezeigte mit den Fingern, zum Beispiel Staatsgrenzen, Gebirge und wichtige Flüsse eines ganzen Kontinents. „Wichtiges hervorheben, Unwichtiges weglassen, Klarheit und Struktur schaffen: Diese Grundsätze der Infografik gelten bei Karten für Sehbehinderte und Blinde noch mal mehr als sonst“, erläuterte der Art Director den interessierten Zuhörern.

 

Auf die Theorie folgte die Praxis: Raimar Heber stellte vier sogenannte taktile Installationen vor, in die jeder hineingreifen konnte, um unterschiedliche Aspekte der Grafiken für Blinde mit eigenen Händen zu spüren, ohne die darin befindlichen Objekte zu sehen. Es ging darum zu zeigen, wie viel Übung es braucht, zum Beispiel verschiedene Proportionen, Höhenunterschiede oder Ländersilhouetten mit den Fingern statt mit den Augen wahrzunehmen. Der Lerneffekt war groß, „aber interessant war auch zu beobachten, dass einige Teilnehmer sich nicht getraut haben, in die Kisten zu greifen – trotz meiner Zusicherung, dass nichts Gefährliches, Ekeliges oder Unangenehmes darin enthalten ist“, so Heber.

 

 

Am Mittwoch, 28. Januar 2015, trifft sich der SND-Kreativ-Stammtisch Berlin wieder im dpa-Newsroom (5. Etage Markgrafenstraße 20 in 10969 Berlin). Von 19 Uhr an geht es dann im Konferenzraum Tokio um die Themen User Experience Design und Usability. Details zu der Veranstaltung gibt es online hier auf der SND-Seite. Für Fragen steht auch Raimar Heber (Mail: heber.raimar@dpa.com) zur Verfügung.

Fotos: Britta Pedersen/dpa